Gamer
Haben uns gerade “Gamer” reingezogen. Der Trailer ließ ja schon keine großen Erwartungen aufkommen. Erinnerte mich spontan an “Death Race“, welcher dagegen allerdings wie ein Meisterwerk anmutet. (OK, zugegeben Jason Statham allein reißt schon einiges) Während letzteres ein unterhaltsamer splattriger Trashfilm ist, kommt bei Gamer keine große Freude auf.
Die Idee an sich ist gesellschaftskritisch garnicht schlecht, umgesetzt allerdings sehr mangelhaft. Die Handlungsstränge und Charaktere sind viel zu platt entwickelt und liefern nur die Vorlage für oftmals sinnfreie Action und brutale Gewaltszenen am laufenden Band. Da kann man die wenigen Splatterszenen auch nichtmehr “lustig” finden.
Kurz zum Plot: In nicht all zu ferner Zukunft wird es technisch möglich Menschen, die mittels Nano-Computerchip-Zellen im Hirn aufgerüstet wurden, ähnlich dem Gebrauch einer Spielkonsole zu kontrollieren (Person A denkt, Person b agiert). Was zunächst als, ich nenne es Real-SIMS (Original: “Society”) begann, wurde weiterentwickelt zu “Slayers”, einem Real-Ego-Shooter, bestehend aus den kämpfenden “Slayern” und den kontrollierenden “Playern”. Die Slayer, zum Tode verurteilte Sträflinge, kämpfen mit allerlei Waffenarsenal, und erhalten, sollten sie 30 Kämpfe lebend überstehen, ihre Freiheit (in etwa vergleichbar zum Klassiker Running Man). Einer der Helden schafft es bis zu Runde 29 und flieht schließlich… mehr soll nicht verraten werden, aber es liegt so ziemlich auf der Hand was dann folgt (ich sag ja platte Story… ausgelutscht bis zum geht nicht mehr.)
Grafisch, technisch, effektemäßig gewohnt hohes Niveau. Dem aktuellen Trend folgend sind die Kamerafahrten perspektivisch anspruchsvoll, aber schnittechnisch eine Katastrophe, da viel zu schnell. Das viele Geblitze und Gewackel geht einem schnell auf die Nerven. Nix für Epileptiker!
John de Lancie (Q aus Star Trek – The next Generation) hatte einen kleinen Gastauftritt, fand ich cool.
Fazit: Kann dem Film nichts abgewinnen. Die interessante Idee, dieser düsteren, kranken Gesellschaft, auf die wir uns durchaus ein wenig zubewegen, wurde verschenkt und mit roher Gewaltdarstellung und platter Handlung ertränkt. Bis auf die wirklich gelungene Darstellung der “Society” bleibt kaum etwas, dass man noch nicht gesehen hat. Zum einschlafen.
Wertung: 1/5 + Gähnfaktor


7. Januar 2010 um 10:22
Fein geschrieben! Dass der Herr dem Film nichts abgewinnen konnte, kann ich bezeugen ;) Da musste er trotzdem durch.
Ich persönlich fand ihn jetzt nicht sooo schlecht. Klar, man hätte bedeutend mehr draus machen können und die Figuren waren mehr als platt. Vermutlich konnte der Film durch seine Machart bei mir noch etwas punkten. Teilweise extrem schnell mit krassen Schnitten aber trotzdem tollen Bildern. Eben wie bei einem aktuellen Ego-Shooter.
Wertung: 2/5