Mein erstes mal… Laufen!
Kurz und knapp: ich habe meine erste Laufsporteinheit absolviert. Cool! Ein herrliches Gefühl. Leider war sie viel zu schnell vorbei. Ich will mehr! Aber der Reihe nach…
Vorgeplänkel
Ich spiele schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, neben dem Radsport ergänzend auch Laufsport zu betreiben. Da ich bevorzugt bei trockenem, sonnigem Wetter und hohen Temperaturen unterwegs bin (bei 28°C und mehr wirds doch erst richtig “cool”), schränkt das die für Touren potentiell geeigneten Tage eines Jahres doch erheblich ein. Dagegen erscheint mir Laufen bei Wind und Mischwetter durchaus akzeptabel und als interessante Alternative. Zwar mache ich jetzt im Winter auch regelmäßig Einheiten auf der Trainingsrolle, das höchste der Gefühle ist es aber nicht, zumal ein wichtiger Faktor dabei fehlt: frische Luft! Es soll ja außerdem besonders gut sein, sich nicht nur auf eine einzige Sportart zu beschränken, da so ganz andere Muskelgruppen beansprucht werden und der Körper wesentlich ausgeglichener trainiert wird. Flexibler finde ich das Laufen darüberhinaus auch, denn die Laufschuhe sind fix eingepackt, während das Rad nicht so einfach in den Rucksack passt, wenn man zum Beispiel mal nach Hause oder in den Urlaub fährt.
Vieles spricht also dafür, und die Idee reifte bereits seit einigen Monaten in meinem Kopf. Durch meinen Mitbewohner Jens konnte ich auch schon viele Eindrücke sammeln und mein Wissen um den Laufsport aufbauen und erweitern. Habe unter anderem auch ein wenig in seinem Buch “Das große Laufbuch” geschmökert. Da ich lauftechnisch noch unbefleckt bin, und es natürlich auch nicht gleich übertreiben will, habe ich den folgenden Plan gefasst (aus dem Buch!): Einstieg mit Intervalltraining, bestehend aus abwechselnden Lauf- und Geheinheiten. So wird man in wenigen Wochen soweit herangeführt eine halbe Stunde am Stück durchlaufen zu können.
Was noch fehlt ist, wie für jeden Sport, die passende Ausrüstung. Funktionskleidung habe ich durch den Radsport bereits fast komplett. Ein essentielles Paar Laufschuhe besitze ich allerdings noch nicht. Empfohlen wird eine Beratung im Fachgeschäft, am besten mit Laufbandanalyse. Jens hat mir den Laufsportladen nahegelegt, welcher wie es der Zufall so will, nur einen Katzensprung von meinem Arbeitsplatz entfernt liegt. Vorletzte Woche hätte ich es fast geschafft, meinen Laufschuhkauf in die Tat umzusetzen, aber da mich die böse Erkältung überrant hatte, waren meine Ambitionen dahin. Inzwischen habe ich mir aber für nächste Woche eine festen Termin eingeplant. Tschakka.
Der erste Lauf
Trotz Mangel an richtigen Laufschuhen habe ich es am Samstag nicht mehr ausgehalten. Ich musste einfach raus an die frische Luft. Da immernoch/wieder Schnee liegt, ist an radfahren nicht zu denken. Also habe ich spontan (mit Erlaubnis versteht sich) die Laufschuhe von Jens geschnappt, die passten perfekt. Die Läufer werden jetzt aufschreien, wie ich so verantwortungslos sein kann, mit Schuhen loszuziehen, die nicht an meine anatomischen Eigenheiten angepasst sind. Ganz ruhig! Von einem kurzen Lauf fallen mir ja nicht gleich die Beine ab. Und die Anschaffung des passenden Equipments ist wie gesagt bereits geplant!
Also fix in Läuferschale geworfen, Pulsmesser-Fahrradcomputer an den Armbandadapter geklemmt und umgeschnallt, Intervalle eingestellt und raus vor die Tür.
Der Plan sah folgendes vor: 7×2 Minuten Laufen mit ca 70-80% MaxHF und dazwischen jeweils eine Minute gehen. Eigentlich wollte ich ja Richtung Freital laufen, bis durch den Bienert Garten und wieder zurück. Da geht es recht flach hin, und man ist nur wenig an befahrenen Straßen unterwegs – perfekt! Ich war noch nichtmal richtig da angekommen, wo man die Stadt verlässt und in den Garten abbiegt, da waren schon 4 Intervalle vorbei, mehr als die Hälfte. Also habe ich vernünftigerweise die Richtung wieder gewechselt um auf einer alternativen Route wieder nach Hause zu joggen. Am Ende waren es dann insgesamt 8 Laufintervalle.
Mein Eindruck: fantastisch. Es hat sehr viel Spaß gemacht durch die verschneite Landschaft zu joggen. Auf der festgetretenen Schneedecke lief es sich recht angenehm. Anfangs war es etwas frisch, aber nach einigen Minuten hatte ich Betriebstemperatur. Leider war die Laufrunde, wie bereits erwähnt, viel zu schnell vorbei. Wenn ich es aber schaffe, den Plan in meine bisherigen Sportlichen Aktivitäten einzupflegen und dran bleibe, wird es sich in den nächsten Wochen sicherlich gut entwickeln, so dass ich dann auch die Umfänge ausbauen kann.
Konkret sah die Laufeinheit folgendermaßen aus:
- Dauer: 28 Minuten
- Distanz: 4km
- Durchschnittspuls: 139
- Intervalle: 8×2 Minuten Laufen (GA2) + 8×1 Minute gehen (GA1/Kompensation)
- Pulszonen Gesamt: Kompensation 27% GA1 33% GA2 41%
Erkenntnisse
- Laufen ist eine interessante neue Erfahrung, denn im Vergleich zum Radeln ist man viel langsamer unterwegs und legt auch viel weniger Strecke zurück. Dies richtig einzuschätzen (Für Tourenplanung zum Beispiel) bedarf noch etwas Übung. Vor allem zu Beginn muss ich sorgsam darauf achten, nicht zu schnell und in zu hohen Pulszonen unterwegs zu sein. Es scheint mir beim Laufen allerdings wesentlich einfacher zu fallen, mich zu bremsen. Auf dem Rad kann ich das oft nicht. Der Geschwindigkeitsrausch treibt mich immer zu sehr an, so dass ich oft am Ende wieder mit einem 155er Durchschnittspuls zu Hause ankomme, obwohl ich doch Grundlagenausdauer trainieren wollte! Erst ab zirka 30km/h kommt dieses Freiheitsgefühl auf, was ich am Radfahren so schätze. Für GA1 ist das meistens schon zu viel. Dagegen scheint es beim Laufen nicht so die Rolle zu spielen, langsamer zu laufen, da ich prinzipiell schon viel langsamer als auf dem Rad unterwegs bin. Mal sehen, welche weiteren Beobachtungen zu diesem Thema ich machen werde.
- Meine Allwetterfahrradhandschuhe sind zum Laufen definitiv überdimensioniert, war ganz schön warm unter den Dingern. Da muss noch etwas leichteres her.
- Brustgurt für den Pulsmesser muss ich wohl enger schnallen, der ist mir gleich nach 500m abgerutscht. Doof, den bei der Kälte wieder hochzuzuppeln *brrrr*.
- Immerhin kann ich in meinem Ciclo HAC 4 Pro
Intervalle eingeben, zwei Stück um genau zu sein. Für den Lauf habe ich zwei und eine Minute eingestellt. Im “normalen” Countdownmodus zählt er erst den einen runter, dann den anderen, dann stoppt er mit längerem Gepiepe. Für einen weiteren Satz muss man nochmals starten. Das nervt etwas, ist aber auszuhalten. Immerhin besser als die ganze Zeit die Uhr im Auge zu behalten. Schwierig ist nur, die Intervalle im Kopf mit zu zählen. Alternativ gibt es den Herzfrequenzmanager. Da zählt er die Intervalle nur dann runter, wenn man im vorgegebenen Herzfrequenzbereich ist. Das ist natürlich auch gut. Für reines zeitgetriebenes Intervalltraining aber suboptimal, da ja bereits Zeit verstreichtm, bis die gewünschte Herzfrequenz erreicht ist. Der Ciclo ist und bleibt eben ein Gerät fürs Fahrradfahren, aber im Moment reicht es aus. Details dazu vielleicht später. Dennoch gibt das wieder einen Punkt FÜR die Anschaffung eines hochwertigeren und universelleren Sportkontrollgerätes.
- Mit 4°C war es ganz schön frisch in meiner Laufhose. Zu frisch! Vielleicht sollte ich, solang noch richtig Winter ist, noch eine extra Funktionsunterhose drunter ziehen, die Muskeln müssen schließlich warm genug sein, um gute Arbeit leisten zu können. Aber insgesamt ist es bei diesen kalten Temperaturen wesentlich angenehmer als auf dem Fahrrad: viel kontinuierlichere, gemäßigtere Anstrengung und kein ekliger gefährlicher Fahrtwind!
Ich freu mich schon aufs nächste mal! Dann vielleicht schon mit einem neuen Paar Laufschuhe. Yeah.


14. Februar 2010 um 21:28
Jawoll, jawoll, jaaawoooooooooll. Er wird ein Läufer.
Jippie, yeah!
Freut mich zu hören, dass dir das Ganze so gut gefallen hat! Laufen ist eben etwas Tolles – und ein Einstieg bei den Bedingungen, beachtlich. ;-)
Etwas überrascht bin ich von deinem “Einsteiger-Anfang”, von Radsportlern bin ich da eher gewohnt “Schuhe an und lockere 10 km in ‘ner Stunde” :-D
14. Februar 2010 um 21:36
Hrhr, danke, aber Radfahren soll schon meine Hauptmahlzeit bleiben, aber wie gesagt, mehr Abwechslung schadet nicht.
Soso, na wenn ich erst meine Schuhe habe werd ich mal einen Leistungstestlauf machen, dann sehn wir weiter. Derweil lieber nicht übertreiben, damit der Spaß nicht vorbei ist, bevor er angefangen hat!
14. Februar 2010 um 23:42
Da kann ich nur neidisch werden! Bräuchte auch Bewegung (schon wegen der überzähligen Pfunde…), aber ich bin ja nich der Schweinehundbesieger… und alleine hab ich erst recht keinen Bock. Hiiilfeeee! Wer treibt mich an???