Piranha 3D

Heute waren haben wie mal wieder einen Versuch gestartet, dem in Ansehen und Glanz angekratzten Kino eine weitere Chance zu geben.
Grund war ein Film, dessen Erscheinen ich schon einige Wochen entgegenfieberte: Piranha 3D.
Klingt erstmal abgedroschen. Schnöder Rotz denken vielleicht die meisten.
Für mich als Fan von satten, freiwillig oder unfreiwillig komischen Splatter-Horror Filmen aber ein potentielles Schmankerl: Der Regisseur ist kein Geringerer als Alexandre Aja, der uns bereits mit Leckerbissen wie High Tension (2003) und dem Remake von The Hills Have Eyes (2006) beglückte.
Dazu wurde das ganze auch noch in 3D geboten. Ein Grund mehr, mal wieder ein Multiplex zu besuchen, statt eine Bluray über das wunderbare Heimkino zu jagen.
Guter Ausgangspunkt also für einen unterhaltsamen Abend.

Geschichte

Piranha 3D ist das zweite Remake von Piranhas (1978). Die Story ist schnell zusammengefasst: Am Lake Victoria ist Spring Break und hunderte von Feierfreudigen tummeln sich auf dem See. Zur selben Zeit wird etwas entfernt durch ein Erdbeben eine gewaltige Spalte in den Seeboden gerissen, durch welche prähistorische Piranhas in den See gelangen und als bald beginnen, die Feiernden zum Frühstück zu verputzen.
Viel nackte Haut, gepaart mit sattem Splatter, verspricht eine wunderbare Erwachsenenmischung der Marke: Hirn aus und Spaß haben.

Technisches

Besucht haben wir den Film im UFA Kino Dresden, welcher schon bei meinen letzten Kinobesuchen für negative Erfahrungen sorgte. Leider gab es keine adäquate Alternative diesmal. Gezeigt wurde der Film im größten Saal in Digitalprojektion, dem 3D-Verfahren Masterimage und Dolby Digital.
Leider sind die Lautsprecher des Kinos nicht mehr die Besten, was schon bei letzteren Besuchen den Filmgenuss merklich schmälerte.
Das 3D-Verfahren an sich ist nicht schlecht. Masterimage verwendet eine Zirkularpolarisation. Man erhält eine Polarisationsbrille. Leider erhält man trotz des deftigen Preisaufschlags gebrauchte und gereinige Brillen. Trotz angeblicher Desinfektion kein gutes Gefühl! Durch die Zirkluarprojektion kann man den Kopf auch drehen, sieht trotzdem gutes Bild.
Leider war die Helligkeit viel zu niedrig. Durch die Polarisation geht schon einiges Verloren. Die Projektorlampe war wohl auch schon in die Jahre gekommen und nicht mehr die Hellste. Das sorgte für reichtlich Verlust und geschmältertem Filmgenuss, denn vor allem in den vielen Unterwasserszenen, welche ja recht dunkel sind, hat man kaum noch was erkennen können.
Soviel zur Wiedergabeseite.
Produktionstechnisch hat dieser Film vom 3D eigentlich nicht viel. Mir sind nicht viele Szenen aufgefallen, in denen das 3D mir den Kick beschert hat. Im Gegenteil gab es viel zu viele Szenen, in denen man kaum etwas erkannt hat. Transparenzeffekte unter und über Wasser durch Blasen und Schaum entstellten mit 3D-Effekt viele gruseligen Futterszenen vor allem zu Beginn des Films.
Des Weiteren frage ich mich, ob der Film überhaupt in 3D aufgezeichnet wurde. Oftmals konnte man deutliche Verzeichnungen und Perspektivfehler erkennen, bei weit in die Tiefe reichenden Flächen oder starken Kontrasten. Das sieht nicht mehr toll aus sondern nervt einfach nur. Bei Totalaufnahmen des Sees, wo man weit in den Horizont hinein die Wasseroberfläche sehen konnte, war dies nicht flach sondern bucklig. Bei Nahaufnahmen gab es oft Verwaschungen und Perspektivfehler zum Hintergrund. Sehr merkwürdig.
Leichte Kopfschmerzen gesellten sich auch dazu. Ist eben gewöhnungsbedürftig für die Augen
Summasumarum: Mit so einem Auftritt verliert 3D deutlich seinen Reiz!
Dagegen war immerhin der Trailer zu Tron Legacy ein Genuß!

Der Film (Achtung Spoilergefahr)

Eigentlich sollte man in diesem Genre ja nichts erwarten. Aber Trailer, Namen (Genial: Christopher Lloyd (Doc Emmet Brown aus Zurück in die Zukunft) als Wissenschaftler), Regisseur schürten doch die Hoffnung auf einen tollen Film.
Doch was kam war Enttäuschung.

Der Film beginnt eigentlich recht ruhig, allerdings mit viel zu viel Dialogen, um eine Story einzuführen, die so einfach wie belanglos sowieso im vorhinein klar ist. Erste Schock und Splattereffekte werden sparsam eingebracht und lassen zunächst Details unerkannt. Zumindest die (meisten) Männer wird es freuen, denn es gibt viel nackte Haut zu sehen.
Gegen Ende des mit 88 Minuten recht kurzen Filmes geht es auf einmal richtig zu Sache, als die Piranhas über die Spring Break Besucher herfallen. Hier wird einiges Kunstblut vergossen und auch nicht an klassischen Horrorfilmeffekten gespart, wie zum Beispiel durch ein umherfliegendes Stahlseil zerteilter Körper, oder einer typischen Opferszene, die allerdings so sinnlos wie unpassend war und anscheinend nur etwas 3D ins Spiel bringen sollte (umherfliegende Fischlies). Ziemlich deftiges Gemetzel.
Die üblichen sinnlosen Wortgefechte und Dialoge im Stil „du kommst jetzt mit – nein ich lasse Sie nicht zurück blablabla“ erhöhen den Nervfaktor.
Gerade als man denkt, jetzt kommt Schwung auf, ist der Film auch schon zu Ende.

Fazit

Mal wieder ein Griff ins Klo. Inhaltlich, produktionstechnisch und wiedergabetechnisch eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Da können auch die lustig annimierten Piranhas und Silikontitten nicht entschädigen.

Wertung: 2/5

2 Kommentare


  1. Vielleicht lags an meiner Stimmung damals in der Sneak, aber wir fanden den total lustig und haben fast unterm Sitz gelegen vor Lachen. Natürlich hat der Film keine Story, aber die witzigen Einfälle reißen es irgendwie raus ;-)

    Geht ihr öfter in Dresden ins Kino? Gibts eigentlich die Sneak im UCI noch und geht da jemand von euch?


  2. @Eric ja Spaß hatten wir wie gesagt auch, das kommt in eurem Podcast auch gut rüber, so war das schon auch hier. Aber so in der Nachbetrachtung war doch einiges zu kritisieren. Vielleicht weil ich den Fehler gemacht habe, obwohl man es hätte besser wissen müssen, gerade bei diesem Film DOCH etwas mehr erwartet habe ;)
    Nichtsdestotrotz: die technischen Mangel (wobei ich hier vielleicht doch viel auf das Kino schieben würde) lassen sich nicht „schönreden“. Eigentlich müsste man zum Vergleich nochmal ein anderes Kino testen. Leider kam er im Rundkino, welches ne Superqualität bietet nicht im großen Saal :/
    Bin wohl die letzten Jahre zu anspruchsvoll geworden.

    Sneak gibts glaub in allen großen Kinos in DD. Bin aber schon sehr lange nichtmehr gewesen.

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