Tron Legacy

Nachdem ich letzte Woche das zweite Mal zu Tron Legacy im Kino war, wird es mal wieder Zeit für eine Kurzbewertung. Richtig gelesen: im Kino, zweimal! Das ist schon was besonderes, komme ich auf Grund meines kleinen aber feinen Heimkinos und den vielen Negativerfahrungen der letzten Kinobesuche eher seltener dazu, ein Multiplex aufzusuchen. Aber für Tron hat es sich mal wieder richtig gelohnt. So sehr, dass ich glatt ein zweites Mal rein bin.

Tron Legacy baut auf dem Klassiker von 1982 auf. Der Programmierer Kevin Flynn (Jeff Bridges) verschwindet 1989 scheinbar spurlos und lässt seinen jungen Sohn Sam (Garret Hedlund) zurück. Jahre später, auf der Suche nach seinem Vater, taucht dieser in die digitale Welt ein und das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Die Geschichte haut einem jetzt zwar nicht vom Hocker, muss sie aber auch nicht, dafür glänzt der Film mit anderen Schmankerln.

Es gibt einen steten und extrem kontrastreichen Wechsel zwischen deftigen Actionsezenen (zum Beispiel das Lichtrennen) und dialogorientierten Ruheszenen. Die schauspielerischen Leistungen fallen leider eher Mau aus. Die emotionalen Darstellungen und Dialoge wirken ziemlich konstruiert und statisch. Als einziger Sticht hier Michael Sheen heraus, welcher in der Rolle des Zuse/Castor eine wahre Glanzleistung abliefert. Seine Bewegungen, Mimen und Kommentare sind ein wahres Feuerwerk. Die Szene im „End of the Line Club“, in welcher auch Daft Punk selbst zu sehen sind, welche den fulminanten Soundtrack kredenzt haben, dürfte zu den Höhepunkten des Films zählen!

Und da wären wir auch schon bei Schmankerl Nummer eins: der Soundtrack. Ein kleines Meisterwerk und wahrer Ohrenschmaus. Ein Mix aus klassischem Score vom Schlag eines Hans Zimmer und frischer Electromucke  schlägt einem wunderbar druckvoll um die Ohren und unterstreicht den virtuellen Charakter der digitalen Welt.

Und dann wären da natürlich noch die fantastischen Bilder. Die digitale Welt wurde hervorragend modelliert und animiert und bietet dem Auge Grafikgenuss auf höchstem Niveau. Der 3D-Effekt ist ebenfalls sehr gut umgesetzt. Maßvoll und ohne zu übertreiben wird die dritte Dimension vermittelt, im Gegensatz zu den vielen, in letzter Zeit wie Unkraut aus dem Boden wuchernden 3D-Filmen, in denen einem ständig, gekünstelt irgendwelche Gegenstände entgegenfliegen. Cool auch das Mittel, nur die Szenen in der digitalen Welt in 3D zu zeigen, die reale Welt jedoch nur in 2D.

Verwirrt hat mich die Qualität der Visualisierung des „jungen“ Jeff Bridges. Er ist in drei Rollen zu sehen: als junger Flynn, als Computerprogramm CLU, welches nach seinem (jungen!) Abbild geschaffen wurde, und als heutiger, alter Flynn. Alle Rollen hat er selbst gespielt, nur wurden die jungen Versionen digital verjüngt. Das wirkt allerdings recht altbacken und keineswegs State of the Art. Wer Avatar gesehen hat, weiß was die Technik inzwischen drauf hat. Die Gesichtszüge des jungen Flynn und Clu sehen allenfalls billig animiert aus. Woran das wohl liegen mag? Zunächst dachte ich, es wäre beabsichtigt, um die digitale Version von der realen besser trennen zu können. Jedoch sieht auch die Realszene zu Anfang des Films genauso minderwertig aus…

Es empfiehlt sich übrigens, den ersten Teil zu kennen, nicht nur wegen des Wiedererkennungswertes sondern auch der vielen verstreuten Anspielungen.

Fazit: Ein Film mit genialen Bildern, bombastischem Soundtrack, Witz und wundervoller Atmosphäre. Den kann man definitiv im Multiplex kucken! Ich erwarte sehnsüchtig die BluRay, welche leider erst im Juni erscheint.

Wertung: 4,5/5

1 Kommentar


  1. Moinsen,

    Danke für das Review! Ist auf jedenfall Zeitungstauglich- solltest was aus der Gsbe machen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.