Iron Maiden Albumvorfreuden

In zwei Tagen erscheint das neue Iron Maiden Album „The Book of Souls“. Die Vorfreude wächst und wächst. Aber es gibt auch Zweifel.



Als die Band im Jahre 2000 auf die Bühne zurückkehrt, vereint mit Bruce Dickinson und Adrian Smith, legt sie mit „Brave New World“ ein Knaller Album vor, das in seiner Wirkung so wohl nie wieder erreicht werden wird.
In meinen Augen das beste Album überhaupt. Irgendwie aber auch außer Wertung. Nach all der Zeit. Im neuen Gewand. Wahrlich die Einleitung einer neuen Ära.



Das Album bot einen völlig neuen Sound. Kräftig, frisch, roh. Unglaublich melodisch. Epische Texte zum mitsingen, mit unglaublichen Melodien und fantastischen Solos. Komplex und dennoch simpel. Vielfältig aber dennoch leicht verdaulich. Ein Meisterwerk und Meilenstein!

Die Meßlatte war extrem hochgelegt, als im Jahre 2003 der Nachfolger „Dance of Death“ erschien. Das Album konnte vollends überzeugen. Der neue Stil war deutlich gereift. Ausgefeilter, komplexer, melodischer, noch tiefgängiger. Progressiver. Der ehemals raue Stil war nun geglättet und auf Hochglanz poliert. Ob dies auch zum Vorteil gereicht, darüber lässt sich trefflich streiten. Ich mag den Sound von Brave New World wesentlich lieber. Aber so ist das eben mit Entwicklungen. Die Band hat nach ihrer Wiederfindungsphase eine neue Ebene erreicht. Und diese ist klasse. Dennoch kann das Album in meinen Augen nicht aus dem Schatten von Brave New World springen. Aber wie sollte dies überhaupt möglich sein?



Im Jahre 2006 erschien das nächste Album „A Matter of Life and Death“. Es führt die Entwicklung von „Dance of Death“ konsequent fort. Der Stil blieb im Prinzip erhalten, wurde gefestigt und verfeinert. Klanglich gab es also nicht viel neues. Dafür wurde man mit einer ganzen Reihe neuer und großartiger Songs belohnt. Neue Melodien, neue Riffs, neue Texte, neue Geschichten. Zweifel, ob das Album unter diesen Bedingungen fesseln und überzeugen kann, waren schnell ausgeräumt. Die Scheibe weiß zu unterhalten. Sie fällt nicht groß auf, aber sie bietet gewohnt gute Unterhaltung.



Als 2010 das nächste Album „The Final Frontier“ angekündigt wurde war die Vorfreude natürlich riesig. Drei vergangene Knalleralben. Der Fan hungrig nach mehr. Nach größerem. Aber ist irgendwann überhaupt noch eine Steigerung möglich?
Am Stil hat sich diesmal kaum etwas geändert. Eine neu Scheibe mit neuen Songs nach gewohnter Manier. Leider machte sich Ernüchterung breit. Es fehlte eine neue Entwicklung, eine neue Inspiration.
Die Songs waren nach wie vor komplex, melodisch, anspruchsvoll. Aber es war derselbe Stil wie auf den vorangegangenen Alben. Von einer Steigerung weit entfernt.
Für mich persönlich ging die Kurve damit deutlich nach unten. Bruce Stimme kommt außerdem immer mehr weniger überzeugend rüber. Man kann es schwerlich beschreiben. Zu angestrengt, irgendwie kraftlos. Nicht mehr die brachiale Gewalt aus Brave New World Zeiten. Müdigkeit? Ein Album das schnell in Vergessenheit gerät.



2013 gibt es mit der „Maiden England 88“ Revival Tour, in der das komplette Set der 88’er Tour gespielt wird, wieder eine gandiose Live Performance. Alte Klassiker werden in neuem Gewand präsentiert und beweisen wieder, dass die Jungs frischer sind als je zuvor. Die Enttäuschung über das letzte Album ward schnell aus der Welt geräumt.

Jetzt steht das neueste Werk vor der Tür und es mischt sich Vorfreude mit Skepsis. Endlich wieder neues Material. Aber kann das neue Album nach der ernüchternden letzten Schreibe überzeugen? Es soll eine Doppel-CD werden, mit einigen Longplayern jenseits der zehn Minuten. Das stimmt schonmal positiv und erinnert an Klassiker aus den frühen Jahren. Gibt es etwa eine Rückkehr zu den Wurzeln?
Die Single weiß leider nicht zu überzeugen. Es ist genau der inzwischen behäbig wirkende Sound des letzten Albums mit all seinen Konsequenzen. Und Bruce‘ Vocals klingen überanstrengt und wenig frisch.

Aber die Hoffnung bleibt. Und die Vorfreude. In zwei Tagen werden wir mehr wissen. Endlich neues Maiden Material. Und auf jeden Fall auch eine neue Tour!
Up the Irons! \m/

1 Kommentar


  1. Hallo Eppinator,
    Zum Glück ist Geschmack verschieden. Meiner Meinung nach beschreibst du hier jedes Album gleich. Aber bis auf den Tiefpunkt dieser Alben, der übrigens nicht The Final Frontier, sondern Dance OfDeath heißt, sind die Alben stilistisch völlig unterschiedlich. Dance Of Death ist ein müder Abklatsch ihres Vorgängers: viel zu soft, zu melodisch, viel zu gewollt Brave New World. Gewollt aber nicht erreicht.
    A Matter Of Life And Death kommt viel düsterer daher, viel härter. Krieg wird thematisiert und das beste Stück vom Vorgängeralbum stand Pate für den Stil des gesamten Albums, nämlich Paschendale.
    The Final Frontier ist ein Kracher. Abwechslungsreich, sicher, melodisch, verträumt und doch auch hart. Nach Brave New World mein absoluter Liebling der oben genannten Scheiben. Immerhin da bin ich mir einig mit dir, Eppi. Ach und natürlich dass die Spannung aufs neue Album fast nicht auszuhalten ist.
    Was hast du gegen die Single. Wieder Entwicklung, anderer Stil, Progressivität. Was will man mehr? Das Ding geht nach vorn durch die Wand und klingt frisch wie selten. Wir werden sehen, was das Album bringt.

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